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    Sonntag, 12. Juli 2026

    Die Nacht war kurz. Sehr kurz. Wer erst spät von einem Luke-Combs-Konzert zurückkehrt und danach noch sämtliche Eindrücke sortieren muss, sollte vom Schlaf keine Wunder erwarten. Trotzdem starten wir gut gelaunt in den Tag. Zum Frühstück zieht es uns diesmal ins Eggs Benaddicted Prinsengracht. An dieser Stelle muss auch einmal ein offizielles Lob an den Teil der Reisegesellschaft ausgesprochen werden, der ständig diese grossartigen Lokalitäten aufspürt. Bei der schier endlosen Auswahl an Restaurants, Cafés und Brunch-Lokalen in Amsterdam ist das nämlich keineswegs selbstverständlich. Jedenfalls werden wir einmal mehr bestens versorgt und verlassen das Lokal deutlich gesättigter, als wir es betreten haben. Danach geht es wieder Richtung Dam. Dort hatten wir…

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    Samstag, 11. Juli 2026

    Gestern Abend kamen wir im koreanischen Restaurant mit einem sympathischen Pärchen ins Gespräch. Sie gaben uns einen Tipp für den heutigen Tag: den Wochenmarkt im Stadtteil Jordaan. Nicht nur sei Jordaan einer der schönsten Stadtteile Amsterdams, sondern auch einer mit einer besonders spannenden Geschichte. Im 17. Jahrhundert lebten hier vor allem Arbeiterfamilien. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Viertel als sozialer Brennpunkt und es gab sogar Pläne, grosse Teile davon abzureissen. Doch wie so oft im Leben haben Gebäude und Stadtviertel ihren eigenen Kopf. Jordaan blieb, entwickelte sich weiter und gehört heute zu den begehrtesten und angesagtesten Wohnlagen der Stadt. Bevor wir uns jedoch ins Marktgetümmel stürzen, steht erst einmal…

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    Freitag, 10. Juli 2026

    Trotz des strahlenden Sonnenscheins vor dem Fenster ist die Stimmung am Morgen zunächst etwas getrübt. Eigentlich wollten wir heute das Anne-Frank-Haus besuchen. Doch beim Versuch, Tickets zu buchen, erfahren wir, dass man diese idealerweise sechs Wochen im Voraus reservieren sollte. Sechs Wochen. Natürlich war klar, dass das Museum beliebt ist. Aber sechs Wochen Vorlaufzeit? Für Menschen wie uns, die Hotels vielleicht einige Wochen im Voraus buchen, ansonsten aber gerne spontan bleiben und unterwegs schauen, was sich ergibt, ist das eine eher ernüchternde Nachricht. Kurz überlegen wir, ob die Reiseleitung dafür haftbar gemacht werden könnte. Nach eingehender Prüfung des Falls kommen wir jedoch zum Schluss, dass die Schuld leider nicht bei…

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    Donnerstag, 9. Juli 2026

    Als wir am Morgen den Vorhang zur Seite ziehen, begrüsst uns Amsterdam im strahlenden Sonnenschein. Nach dem eher grauen Vortag ist das Motivation genug, um ohne grösseres Verhandeln mit dem inneren Schweinehund aus den Federn zu kommen und die Stadt der Grachten und Brücken zu erkunden. Doch zuerst braucht es eine solide Grundlage. Deshalb kehren wir im Pancake Amsterdam ein und gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück. Wobei der Begriff Pancake hier durchaus Interpretationsspielraum lässt. Die Amsterdamer Variante erinnert stellenweise eher an ein Omelett auf Freizeitreise. Das spielt allerdings keine Rolle, denn sowohl die herzhafte Version mit Spinat und Ei als auch die süsse Ausführung mit Apfel, Zimt und Rosinen schmecken…

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    Mittwoch, 8. Juli 2026

    Wenn der Stapel mit der Dreckwäsche langsam wächst und die Auswahl an frischen T-Shirts stetig kleiner wird, dann ist das ein ziemlich zuverlässiges Zeichen: Die Ferien befinden sich auf der Zielgeraden. Heute steht der letzte grosse Szenenwechsel an. Das Auto wird zurückgegeben und wir wechseln in den ursprünglichen Reisemodus. Denn eigentlich war der Plan einmal ganz simpel: Nach Amsterdam fliegen und dort ein verlängertes Wichenende verbringen. Irgendwann wurde aus dieser Idee jedoch eine abwechslungsreiche Rundreise mit Inseln, Grachten, historischen Städten, Wind, noch mehr Wind und gelegentlich sogar etwas Sommer. Bevor wir allerdings in vorzeitige Abschiedsstimmung verfallen, legen wir auf dem Weg nach Amsterdam noch einen Zwischenstopp in der Universitätsstadt Leiden…

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    Dienstag, 7. Juli 2026

    Nur einen Steinwurf von unserem Hotel entfernt befindet sich Madurodam. Auf einer Fläche von 3.7 Hektar präsentieren über 435 detailgetreue Gebäudemodelle die Niederlande im Kleinformat. Wer glaubt, es handle sich dabei einfach um ein paar Häuschen auf einer Wiese, hat die niederländische Liebe zum Detail deutlich unterschätzt.   Hier fährt am Flughafen Schiphol sogar das Gepäckband. Während man im echten Leben oft gespannt hofft, dass der eigene Koffer irgendwann erscheint, funktioniert in Madurodam selbstverständlich alles reibungslos. Neben den Miniaturen gibt es auch verschiedene Attraktionen. Besonders beeindruckt uns De Windjäger, der erst 2025 eröffnet wurde. Hier wird die Geschichte der Windmühlen erzählt. Dabei fahren wir in einem schienenlosen Gefährt scheinbar ziellos…

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    Montag, 6. Juli 2026

    Unser erster Weg führt uns am Morgen zu Happy Tosti. Zugegeben: Bereits der Name hatte so gute Chancen, dass wir praktisch keine andere Wahl mehr hatten. Und tatsächlich werden wir nicht enttäuscht. Der Cappuccino schmeckt ausgezeichnet, die Granola-Bowl ebenfalls und das Käsetosti macht seinem Namen alle Ehre. Mit anderen Worten: Die Grundlage für einen erfolgreichen Besichtigungstag ist geschaffen.   Gut gestärkt spazieren wir zunächst durch die hübsche Passage von Den Haag. Sie erinnert uns ein wenig an die berühmte Galerie in Mailand – allerdings in einer etwas kompakteren Ausgabe. Und während man sich in Mailand vermutlich durch Menschenmassen kämpfen müsste, haben wir die Passage fast für uns allein. Das liegt…

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    Sonntag, 5. Juli 2026

    Kurz nach 9 Uhr checken wir im Mother Goose Hotel aus und erleben ein Utrecht, das mit der Stadt vom Vortag nur wenig gemeinsam hat. Wo sich gestern noch Touristen durch die engen Gassen schoben, herrscht heute nahezu gespenstische Ruhe. Die sonst hart umkämpften Fotomotive liegen verlassen vor uns – keine Selfie-Sticks, keine Menschen, die im entscheidenden Moment durchs Bild laufen. Ein seltenes Naturschauspiel, das man als Reisender entsprechend zu würdigen weiss. 😉   Gemütlich schlendern wir zur Oudegracht, wo unsere Grachtenfahrt beginnt. Der frühe Zeitpunkt hat Vorteile: Statt eines überfüllten Ausflugsbootes teilen wir die einstündige Tour lediglich mit einer Familie und ihren zwei Kindern. Unser Gefährt ist kein schwimmender…

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    Samstag, 4. Juli 2026

    Als wir heute Morgen aus dem Fenster schauen, werden wir von strahlendem Sonnenschein und nahezu Windstille begrüsst. Natürlich. Pünktlich an unserem Abreisetag zeigt sich Terschelling von seiner allerbesten Seite. Man könnte fast meinen, die Insel wolle uns zum Abschied noch einmal zeigen, was sie eigentlich die ganze Zeit gekonnt hätte. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Fährterminal. Um 9.25 Uhr bringt uns die Schnellfähre zurück aufs Festland. Die Überfahrt dauert gerade einmal 45 Minuten und ist ungefähr so spektakulär wie eine Busfahrt durch eine Tiefgarage. Auf die Reling dürfen wir gar nicht erst, dafür ist das Boot viel zu schnell unterwegs. Also sitzen wir brav im…

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    Freitag, 3. Juli 2026

    Der heutige Tag auf Terschelling beginnt – wie könnte es anders sein – mit einer Mischung aus Tatendrang, Wind und dem leisen Verdacht, dass die Insel uns heimlich in ein Fitnessprogramm eingeschrieben hat. Kurz nach 8.00 Uhr schwingen wir uns auf unsere Fietsen, radeln beschwingt am Hafen vorbei und tun so, als wären wir absolut bereit für alles, was der Tag bringt. Der erste Aussichtspunkt begrüsst uns mit ein paar Skulpturen, die aussehen, als hätten sie sich extra früh aufgestellt, um uns zu beeindrucken. Der Blick zurück nach Terschelling ist herrlich – zumindest in den Momenten, in denen der Wind uns nicht gerade versucht, vom Fahrrad zu pusten. Der Wind…