Sonntag, 12. Juli 2026
Die Nacht war kurz. Sehr kurz. Wer erst spät von einem Luke-Combs-Konzert zurückkehrt und danach noch sämtliche Eindrücke sortieren muss, sollte vom Schlaf keine Wunder erwarten. Trotzdem starten wir gut gelaunt in den Tag.

Zum Frühstück zieht es uns diesmal ins Eggs Benaddicted Prinsengracht. An dieser Stelle muss auch einmal ein offizielles Lob an den Teil der Reisegesellschaft ausgesprochen werden, der ständig diese grossartigen Lokalitäten aufspürt. Bei der schier endlosen Auswahl an Restaurants, Cafés und Brunch-Lokalen in Amsterdam ist das nämlich keineswegs selbstverständlich.
Jedenfalls werden wir einmal mehr bestens versorgt und verlassen das Lokal deutlich gesättigter, als wir es betreten haben.

Danach geht es wieder Richtung Dam. Dort hatten wir gestern eine historische Tram entdeckt. Eine kurze Recherche im Internet verrät, dass sie – ähnlich wie jene in Den Haag – an den Wochenenden Rundfahrten anbietet. Da wir bekanntermassen eine gewisse Schwäche für historische Schienenfahrzeuge entwickelt haben, lassen wir uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen.
Der Andrang hält sich erfreulicherweise in Grenzen. Die Rundfahrt ist durchaus hübsch, auch wenn sie nicht ganz an das Erlebnis in Den Haag heranreicht. Der freundliche Begleiter an Bord bemüht sich redlich, die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu erklären. Leider hat er einen übermächtigen Gegner: die Tramglocke.
Denn der Chauffeur ist permanent damit beschäftigt zu bimmeln, um Velofahrern, Fussgängern und gelegentlichen Tagträumern mitzuteilen, dass sich tatsächlich eine historische Tram nähert. Das Resultat: Man hört entweder die Erklärung oder die Glocke. Beides zusammen wird schwierig.
Trotzdem gefällt uns die Rundfahrt. Und ganz nebenbei entdecken wir sogar Ecken von Amsterdam, die wir bisher noch nicht gesehen hatten.
Zurück auf dem Dam schlendern wir noch etwas durch die Strassen, bevor wir uns auf den Weg zum Rijksmuseum machen.
Nein, keine Sorge.
Wir sind nicht plötzlich zu begeisterten Kunstliebhabern geworden.
Unser Ziel befindet sich nämlich hinter dem Museum: der weitläufige Museumplein. Rund um die grosse Grünfläche versammeln sich gleich mehrere berühmte Museen, darunter das Van-Gogh-Museum, das Moco Museum und das Stedelijk Museum. Besonders beeindruckend finden wir allerdings das Concertgebouw, dessen prächtige Fassade selbst Menschen beeindruckt, die normalerweise keine Konzertkarten in der Jackentasche tragen.

Am Abend steht dann noch einmal ein kulinarischer Höhepunkt auf dem Programm. Im Ku Kitchen & Bar geniessen wir Sushi und Sashimi. Nach den vielen kulinarischen Ausflügen dieser Reise dürfte mittlerweile kein Zweifel mehr bestehen, dass Ferien und gutes Essen in direktem Zusammenhang stehen.
Da unsere Mägen nach dem Abendessen angenehm gefüllt sind, beschliessen wir, den Heimweg etwas auszudehnen. Entlang der Prinsengracht spazieren wir bis zum Leidseplein. Die rund 1.4 Kilometer tun ausgesprochen gut und bieten noch einmal Gelegenheit, die besondere Atmosphäre Amsterdams zu geniessen.

Manchmal braucht es eben keine grossen Sehenswürdigkeiten, keine spektakulären Ausflüge und keine riesigen Highlights. Manchmal reichen eine hübsche Gracht, ein lauer Abend und das schöne Gefühl, dass die Ferien zwar langsam ihrem Ende entgegengehen, aber noch nicht ganz vorbei sind. 😊🚋🇳🇱🍣


