Mittwoch, 8. Juli 2026
Wenn der Stapel mit der Dreckwäsche langsam wächst und die Auswahl an frischen T-Shirts stetig kleiner wird, dann ist das ein ziemlich zuverlässiges Zeichen: Die Ferien befinden sich auf der Zielgeraden.
Heute steht der letzte grosse Szenenwechsel an. Das Auto wird zurückgegeben und wir wechseln in den ursprünglichen Reisemodus. Denn eigentlich war der Plan einmal ganz simpel: Nach Amsterdam fliegen und dort ein verlängertes Wichenende verbringen. Irgendwann wurde aus dieser Idee jedoch eine abwechslungsreiche Rundreise mit Inseln, Grachten, historischen Städten, Wind, noch mehr Wind und gelegentlich sogar etwas Sommer.
Bevor wir allerdings in vorzeitige Abschiedsstimmung verfallen, legen wir auf dem Weg nach Amsterdam noch einen Zwischenstopp in der Universitätsstadt Leiden ein. Die Stadt liegt schliesslich quasi am Wegesrand. Zumindest in den Niederlanden ist alles, was weniger als eine Stunde entfernt liegt, praktisch direkt um die Ecke.

An diesem Morgen zeigt sich Leiden noch von seiner verschlafenen Seite. Die Strassen sind ruhig, die Grachten spiegeln die hübschen Fassaden und die Stadt wirkt, als würde sie sich gerade erst die Augen reiben.
Im ausgesprochen gemütlichen Tootje lassen wir uns für das Frühstück nieder. Der Kaffee schmeckt hervorragend und entfaltet seine Wirkung auch dringend nötig. Die vergangene Nacht war schliesslich eher von Fussball und Euphorie als von Schlaf geprägt.
Gut gestärkt bummeln wir durch die hübschen Gassen von Leiden. Die Bewegung, die frische Luft und der Kaffee erledigen gemeinsam ihren Job, und allmählich kehrt die nötige Energie zurück.
Nach diesem gelungenen Zwischenstopp heisst es dann aber endgültig: Kurs auf Amsterdam.
Mit einem Schlag tauschen wir die entspannte Beschaulichkeit Leidens gegen das geschäftige Treiben der Hauptstadt ein. Nach Tagen voller Inseln, Küstenorte, Grachtenstädte und Überraschungen stürzen wir uns nun mitten ins Amsterdamer Getümmel – dorthin, wo diese Ferien ursprünglich einmal beginnen und enden sollten.
Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen haben, führt unser erster Weg mit der Tram zur Haltestelle Rijksmuseum. Wer jetzt denkt, wir würden den Nachmittag zwischen Rembrandt, Vermeer und anderen grossen Meistern verbringen, liegt allerdings daneben.

Kunstmuseen sind einfach nicht so unser Ding.
Stattdessen zieht es uns ins Hard Rock Café. Und wenn man es grosszügig betrachtet, hat das durchaus mit Kunst zu tun. Musikkunst. Gitarren an der Wand. Legendäre Erinnerungsstücke. Kultur kann schliesslich viele Formen annehmen.
Hier holen wir zunächst unseren Visit Point ab und bummeln anschliessend noch ein wenig durch die Gegend. Amsterdam zeigt sich an diesem Tag eher von seiner grauen Seite. Die Wolkendecke hängt tief und lässt die Stadt etwas gedämpfter wirken als auf den üblichen Postkartenmotiven.
Zum Abendessen laufen wir ins Namche, ein kleines, ausgesprochen gemütliches Restaurant. Hier geniessen wir neapolitanische und indische Küche. Alles was auf den Tisch kommt, schmeckt hervorragend und sorgt dafür, dass wir den Weg hierher keine Sekunde bereuen.
Gut gesättigt machen wir uns anschliessend auf den Rückweg. Glücklicherweise befindet sich die Tramhaltestelle nur einen kurzen Spaziergang vom Hotel entfernt. Nach einem langen Tag wissen wir diesen Umstand besonders zu schätzen.

Und dann passiert am Abend noch etwas Erfreuliches: Nach dem überwiegend wolkenverhangenen Tag kämpft sich die Sonne doch noch einmal durch die Wolken und wirft ihre letzten Strahlen über die Stadt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für den nächsten Tag.
Mit dem Gedanken an sonnigeres Wetter und weitere Entdeckungen in Amsterdam schlüpfen wir unter die Decke und lassen den Tag gemütlich ausklingen. ☀️🚋🇳🇱😴


