Dienstag, 7. Juli 2026
Nur einen Steinwurf von unserem Hotel entfernt befindet sich Madurodam. Auf einer Fläche von 3.7 Hektar präsentieren über 435 detailgetreue Gebäudemodelle die Niederlande im Kleinformat. Wer glaubt, es handle sich dabei einfach um ein paar Häuschen auf einer Wiese, hat die niederländische Liebe zum Detail deutlich unterschätzt.

Hier fährt am Flughafen Schiphol sogar das Gepäckband. Während man im echten Leben oft gespannt hofft, dass der eigene Koffer irgendwann erscheint, funktioniert in Madurodam selbstverständlich alles reibungslos.
Neben den Miniaturen gibt es auch verschiedene Attraktionen. Besonders beeindruckt uns De Windjäger, der erst 2025 eröffnet wurde. Hier wird die Geschichte der Windmühlen erzählt. Dabei fahren wir in einem schienenlosen Gefährt scheinbar ziellos durch die Gegend, während rundherum riesige 360-Grad-Projektionen über die Wände laufen. Klingt etwas verrückt, ist aber überraschend informativ und unterhaltsam.

Nicht weniger spektakulär ist der Fliegende Holländer. In diesem Flugsimulator folgt man dem Traum des KLM-Gründers Albert Plesman und fliegt in einer Dakota quer durch die Niederlande. Die Attraktion verfügt zudem über eine Diskothek. Warum ein Flugsimulator eine Diskothek braucht, haben wir zwar nicht vollständig ergründen können, aber vermutlich gibt es dafür einen niederländischen Masterplan.
Während unserer Vorstellung befindet sich auch eine Schulklasse an Bord. Die Schülerinnen und Schüler sind sofort im Partymodus, grölen begeistert mit und verwandeln die Vorführung kurzzeitig in eine Mischung aus Geschichtsunterricht und Kinderdisco. Etwas anstrengend? Ja. Aber zum Glück dauern die Shows jeweils nur etwa fünf Minuten.
Nachdem wir ganz Holland im Schnelldurchlauf besichtigt haben, steigen wir wieder in die Tram Richtung Scheveningen. Diesmal zieht es uns allerdings nicht zum touristischen Teil rund um die Seebrücke, sondern ins alte Scheveningen.

Hier geht es deutlich beschaulicher zu. Die Fussgängerzone wirkt entspannter, am Strand stehen weniger Bars, weniger Restaurants und auch insgesamt deutlich weniger Menschen. Fast schon verdächtig ruhig.
Im Beachclub Copacabana lassen wir uns nieder und geniessen einen kleinen Imbiss sowie die passenden Getränke dazu. Zuvor teilt sich die Reisegesellschaft allerdings erneut in zwei Gruppen auf: Die Abenteuerfraktion zieht es in die Nordsee, während die Vernunftfraktion bereits mit dem Cocktailglas in der Hand den Überblick behält.
In diesem Teil von Scheveningen befindet sich auch der markante Leuchtturm, der über den Strand wacht und vermutlich schon viele Menschen dabei beobachtet hat, sich freiwillig in die erstaunlich frische Nordsee zu stürzen.

Am Abend geht es dann in einen Aussenbezirk von Den Haag. Dort wollen wir eigentlich zu Abend essen. Die vielversprechende Empfehlung entpuppt sich allerdings als Imbiss. Sicherlich ein guter Imbiss – aber an unserem letzten Abend in Den Haag haben wir eher Lust auf ein richtiges Abendessen als auf Frittenromantik.
Also ziehen wir weiter. Nach einem Zwischenstopp im Café Emma – wobei „Café“ hier einmal mehr eine sehr kreative Umschreibung für „Pub“ ist – verschlägt es uns schliesslich zurück ins Zentrum.

In einem irischen Pub finden wir schliesslich einen Platz. Am Nebentisch geht es ausgesprochen lebhaft zu. Kein Wunder: Auf den Bildschirmen läuft die WM-Partie Argentinien gegen Ägypten. Lange sah es für Ägypten gut aus, da sie bis zur 79. Minute mit 2:0 führten. Als wir den Pub betraten, steht es allerdings bereits 2:2. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Argentinien dreht das Spiel komplett und gewinnt. Die Kommentare vom Nebentisch verstummen zuerst ganz, doch dann geht es auch ohne Fussball laut weiter.
Für uns heisst es danach ebenfalls Aufbruch. Koffer packen steht noch auf dem Programm, denn am nächsten Morgen geht die Reise weiter. Und als wäre das nicht genug, beginnt um 22 Uhr auch noch das WM-Spiel der Schweiz.
Natürlich endet die Partie nicht nach 90 Minuten. Natürlich reichen auch zwei Verlängerungen nicht aus. Aber am Ende zählt nur eines:
Die Schweiz ist weiter.
Der Nachteil eines solchen Fussballabends liegt allerdings auf der Hand: Euphorie ist wunderbar – nur leider kein Ersatz für Schlaf. 😴⚽🇨🇭


