Blog 2026

Mittwoch, 1. Juli 2026

Heute sind wir so früh unterwegs, dass selbst das Wattenmeer noch nicht ganz wach ist. Ebbe. Alles leergefegt. Diverse Meeresbewohner picken im Boden herum wie in einem All‑you‑can‑eat‑Buffet, während wir mit den Fietsen vorbeirauschen – Gischt im Gesicht, Haare im Wind, leicht übermotiviert.

Deichwächter

 

Hollum erreichen wir im Turbotempo. Frühstück ruft! In der Bakkerij P.J. de Boer gönnen wir uns ein Gipfeli und ein Brie‑Sandwich – beides köstlich.

Hollum

Und dann beginnt die Szene, die eigentlich eine eigene Netflix‑Dokumentation verdient hätte: „Möwen – die wahren Herrscher der Nordsee“ – leider ohne Fotobeweis.

Während wir friedlich frühstücken, landet eine stattliche Möwe auf dem Nachbartisch. Sie inspiziert die Lage, findet nur leere Gläser und Geschirr, und wird von der Dame am Nebentisch verscheucht. Die Möwe fliegt beleidigt weg, schmeißt beim Abflug die Gläser um und merkt sich offenbar: Rache folgt. Ich hebe – ordnungsliebend wie immer – das Glas auf. Und genau in diesem Moment startet die Möwe ihren Gegenangriff.

Ziel: mein halbes Gipfeli.
Strategie: Sturzflug mit maximaler Dramatik.

Mit einem lauten Knall kippt die Cappuccinotasse um, der Cappuccino rinnt wie ein tragischer Filmmonolog zu Boden, und die Möwe fliegt triumphierend davon – mit meinem Gipfeli im Schnabel.

Spielstand: Möwe 1 – wir 0.

Die Möwe dreht noch eine Ehrenrunde, vermutlich um sicherzugehen, dass wir den Punktestand korrekt notiert haben.

Korn- & Senfmühle „De Verwachting“

Der Rest des Tages verläuft deutlich möwenärmer. In Hollum besuchen wir eine Mühle, die Senfkörner mahlt und den berühmten Amelander Mühlensenf produziert – offenbar ein Produkt, das Möwen nicht stehlen. Danach radeln wir zum Leuchtturm. Ein Teil der Reisegruppe erklimmt die 236 Stufen, der andere Teil bleibt unten und übernimmt die wichtige Aufgabe des „Ich passe auf die Fahrräder auf“.

Bornrif

Nach ausgiebigem Bestaunen geht’s durch die Dünen zurück nach Nes.

Beachclub The Sunset

Den letzten Abend auf Ameland verbringen wir im Beachclub The Sunset. Dafür radeln wir noch einmal neun Kilometer – Möwen begleiten uns diesmal nur aus sicherer Distanz. Das Ambiente ist grossartig, der Sonnenuntergang unvergesslich, und wir geniessen den Moment, in dem die Möwen endlich Feierabend haben.

⇐ Vortag

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert